Welche Füllungsmaterialien sind gebräuchlich?

Prinzipiell unterscheidet man 2 Füllungsmethoden zur Wiederherstellung von kariösen Zähnen: Die direkte Füllung und die Einlegefüllung (Inlay).

 

Bei der direkten Füllung wird nach Kariesentfernung das Füllungsmaterial in den Defekt eingebracht, und im Mund ausgehärtet. Die verwendeten Materialien sind: Composite, Glasionomerzemente und Amalgame.

Composite
Sind dentale Kunststoffe, bestehend aus Glas- oder Quarzpartikel in Kunststoff als Bindemittel. Da zwei unterschiedliche Materialien - nämlich Composit und Zahnschmelz verbunden werden, müssen spezielle Haftvermittler verwendet und der Zahnschmelz entsprechend vorbehandelt werden.

Verwendung von Composite: im Frontzahnbereich, bei Zahnhalsdefekten, sowie kleinen Defekten im Backenzahnbereich, wo sie sowohl ästhetisch, als auch funktionell höchsten Ansprüchen genügen. Ein gewisser Nachteil besteht jedoch darin, dass Composite die Tendenz haben beim Aushärten zu schrumpfen. Diese Eigenschaft kann zu Randspalten und so zu neuerlichem Bakterienzutritt führen. Da diese Füllungen nicht sehr kaudruckbeständig sind, sollte man sie bei großen Defekten der Mahlzähne, nur bedingt einsetzen.

Der zahnärztliche Zeitaufwand im Vergleich zu einer Amalgamfüllung ist etwa 2 bis 3 mal so groß. Damit und mit den weit höheren Materialkosten sind auch die höheren Honorare zu erklären; die Kassa bezahlt diese Füllungen nur im Frontzahnbereich- d.h. von Eckzahn zu Eckzahn.

Glasionomere
Sind Zemente mit sehr hoher Bioverträglichkeit. Eine ständige Fluoridabgabe beugt Neuerkrankungen vor. Sie besitzen jedoch eine begrenzte Lebensdauer und werden deshalb hauptsächlich im Milchgebiss, für Zahnhalsfüllungen, sowie als Aufbaufüllung unter Kronen, Brücken und Inlays verwendet. Auch für zwischenzeitige Füllungen – bevor eine hochwertige Versorgung gemacht werden soll- sind Glasionomere gut zu verwenden.

Amalgam
Seit über 100 Jahren ist Amalgam das Standardfüllmaterial für das Seitenzahngebiet. Auf Grund gestiegener ästhetischer Anforderungen, aber vor allem wegen immer wieder diskutierten Nebenwirkungen des darin enthaltenen, aber chemisch gebundenen Quecksilbers, wird dieses Füllungsmaterial immer zurückhaltender verwendet. Es ist zu bedenken, dass vor allem das Legen, sowie Herausbohren einer Amalgamfüllung für den Organismus eine erhöhte Quecksilberbelastung darstellt. Bei Kindern und Schwangeren sollte daher von diesen Arbeiten abgesehen werden.

Falls große Defekte im Backenzahnbereich bestehen und der Patient in absehbarer Zeit keine technische Versorgung mit Inlays oder Kronen durchführen lassen möchte, haben Amalgame auf Grund der guten konservierenden Eigenschaften nach wie vor eine Berechtigung in der Zahnarztpraxis.

Die Einlegefüllung ist eine hochwertige Versorgung, die vom Techniker im Labor angefertigt wird. Nach Entfernung des kariösen Defektes und Konturierung, wird mit einem im Mund härtenden speziellen Abruckmaterial ein Negativabdruck vom Zahn genommen, den der Techniker ausgießt und so ein naturgetreues Arbeitsmodell erhält. Die technische Arbeit ist nach etwa einer Woche beendet. In der Zwischenzeit wird der Zahn mit einem Provisorium versorgt.

Für Inlays werden entweder Goldlegierungen, Keramik oder dentale Kunststoffe verwendet.

Goldinlays
Bestehen aus einer hochgoldhältigen Edelmetalllegierung (z.B. einer Gold-Platinlegierung). Sie zeichnen sich durch eine hohe Passgenauigkeit, lange Haltbarkeit und sehr gute Verträglichkeit, sowie Härte aus, die besonders für den kaudruckbelasteten Seitenzahnbereich wichtig ist.

Inlays aus dentalem Kunststoff
Bei der Herstellung im Labor wird Kunststoff in Zahnfarbe schichtweise auf das Arbeitsmodell aufgebracht und mit UV-Licht ausgehärtet. Auch hier erfolgt die naturgetreue Nachbildung des Kaureliefs. Diese Compositeinlays sind haltbarer als Compositefüllungen. Der Aufwand in der Herstellung ist gleich hoch wie bei Gold- oder Keramikinlays, daraus erklärt sich auch ein relativ hoher Preis. Ob hier das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt, muss jeder für sich beantworten.

Keramikinlays
Die Präparation erfolgt in ähnlicher Weise wie beim Goldinlay. Keramikinlays erfordern vor allem vom Zahntechniker sehr genaue Arbeit. Aus ästhetischer Sicht sind diese vor allem für die Prämolaren, also (4er und 5er) geeignet. Entspricht das fertige Inlay, wird es mit speziellen Klebern befestigt.

© 2018 DDr. Andreas Beer