Da die Milchzähne Platzhalter für die bereits angelegten bleibenden Zähne sind, müssen Milchbackenzähne bis zum 11./12. Lebensjahr erhalten bleiben. Nach jeder Mahlzeit und jedem Getränk bleiben Speisereste an und zwischen den Zähnen haften, daraus entsteht Zahnbelag. In dieser Plaque leben Millionen Bakterien, von denen einige Zucker und Kohlenhydrate in aggressive Säuren umwandeln, die den Zahnschmelz angreifen und zerstören. Haben die Kariesbakterien die Schmelzschicht zerstört, greifen sie das Zahnbein an und dringen immer weiter vor, bis sie die empfindlichen Zahnnerven erreicht haben und Zahnschmerz entsteht. Die Folgen können sich auch auf die künftigen bleibenden Zähne auswirken: geht z. B. ein Milchbackenzahn zu früh verloren, nimmt der durchbrechende Sechsjahrmolar seine Stelle ein und der „rechtmäßige“ Zahn wächst in eine falsche Richtung. Untersuchungen haben auch ergeben, dass sich die durch verfaulte Milchzähne gebildete Bakterienflora im bleibenden Gebiss fortsetzen kann, verfaulte Milchzähne sind ausgezeichnete Nistplätze für Kariesbakterien und stecken so die bleibenden Zähne schon während ihres Durchbruchs an. Kann man die Milchzähne gesund erhalten, wird sich das bleibende Gebiss optimal entwickeln.

Jetzt muss besonders auf zahnfreundliche Ernährung geachtet werden. Vollkornbrot, Obst und Gemüse helfen, die Zähne zu schützen und besitzen lebenswichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, während Süßigkeiten, süße Backwaren und Getränke schädliche Säuren produzieren und Karies verursachen. Langes Kauen der Speisen führt zu verstärktem Speichelfluss und zur Selbstreinigung der Zähne.

Auch ein regelmäßiges und systematisches Zähneputzen sollte jetzt trainiert werden, am besten nach dem Frühstück und Abendessen in der Reihenfolge Kauflächen, Außen- und Innenflächen, wobei noch immer die Kontrolle und Mithilfe Erwachsener notwendig ist. Auch sollte, nach Absprache mit dem Zahnarzt, über eine Zusatzfluoridierung nachgedacht werden, entweder durch Fluoridtabletten oder fluoridhaltige Zahnpasta. Folgende Kinderzahncremes enthalten nach Herstellerangaben die empfohlenen 0,05-prozentigen Fluoridkonzentrationen: elmex Kinder-Zahnpasta, Thera-med Junior, Nenedent Kinderzahncreme, Odol-med 3 Milchzahn-Zahncreme, My first Colgate Kinderzahnpasta hat einen reduzierten Anteil von 0,04 %.

Im Alter von etwa zwei Jahren sollte auch der erste Zahnarztbesuch erfolgen und in regelmäßigen Abständen beibehalten werden, damit das Kleinkind eine Zahnarztpraxis kennen lernt, ohne dass in seinem Mund schon gebohrt oder gezogen werden muss. Ab drei bis vier Jahren sollte der Zahnarzt oder seine Helferin auch die Putztechnik des Kleinkindes überprüfen, um zu verhindern, dass sich falsche Bewegungen beim Säubern der Zähne einprägen.

Eine Information der Zahnärztekammer

© 2018 DDr. Andreas Beer